MSC Sinfonia

Westliches Mittelmeer, Kanaren, Madeira – 13.01. bis 24.01.2006

Reiseverlauf

1. Tag – Anreise Genua

Nachdem wir problemlos in Düsseldorf eingescheckt hatten (Übergepäck von ca. 4kg wurde kommentarlos akzeptiert) ging es mit einer Lufthansamaschine nach Mailand. Dort erwarteten uns schon Vertreter von MSC Crociere, um uns, zusammen mit weiteren Mitreisenden, nach Genua zu transportieren.
Das bei MSC übliche Einschiffungsprocedere zog sich dann, beginnend um 12:30 Uhr, bis ca. 16:00 Uhr hin. Einchecken, Kreditkartennummer hinterlegen, Tisch für’s Abendessen reservieren und die ersten Ausflüge buchen waren die bestimmenden Aktivitäten. Die meiste restliche Zeit verbrachten wir mit Warten.
Um 16:30 (eine halbe Stunde später als geplant) machte die MSC Sinfonia die Leinen am Porto del Ponte los und nahm Kurs auf Richtung Barcelona.

Wir gingen daran, das Schiff zu erkunden. Von zwei früheren Fahrten kannten wir schon die MSC Melody, so dass man unvermittelt anfängt zu vergleichen. Während die Decks Bach, Tchaikowski und Sibelius (8, 9, 10) der Unterbringung der Passagiere vorbehalten ist, spielt sich das öffentliche Leben auf dem Beethoven- und Mozart-Deck (5, 6) und bei gutem Wetter auf dem Debussy- und Bizet-Deck (11, 12) ab. Nett gestaltete Arkaden laden zum Bummeln und Shopping ein, wer möchte findet in ruhigen Ecken ein Plätzchen zum Entspannen.

2. Tag – Barcelona

Um 13:00 Uhr erreichten wir den Hafen von Barcelona. Vorher fand die obligatorische Seenotrettungsübung teil. Die ersten Aktivitäten wurden vom Animationsteam schwungvoll in Szene gesetzt. Die nächsten Tage wurden die Passagiere mit Tanzunterricht, Aerobicstunden, Kartenspiele, Bingo und den verschiedensten Quizspielen unterhalten oder machten aktiv mit.

An dieser Stelle etwas zur Zusammensetzung der Mitreisenden.
Die Gesamtkapazität des Schiffes beträgt bei 2er-Belegung 1.566 Personen. Auf dieser Reise war das Schiff mit etwa 1.700 Passagiere sehr gut ausgelastet. Davon waren aus Deutschland 1035 (davon ca. 600 aus den beiden Bundesländern Sachsen und Thüringen), aus Östereich 166 und der Schweiz 16.

Da wir bereits einige Male Barcelona besucht hatten, wollten wir diese Mal die Seilbahn, die über drei Stationen vom Strand (San Sebastian) über den Hafen zum Aussichtspunkt Miramar verkehrt, ausprobieren. Für 7,50€ inkl. Fahrstuhl, bzw. als Rundreise 9€, konnte man einen weitläufigen Ausblick von oben genießen.
Wer noch nie in Barcelona war, für den empfiehlt sich eine Stadtrundfahrt, um einen Überblick zu bekommen. Sehr erlebnisreich ist ebenfalls der Wandel auf den Spuren Gaudis oder eine weitere Kunsttour, die Picasso zum Thema hat. Und für eine Shoppingtour startet man am besten am Columbusdenkmal und geht die La Rambla hoch ins Stadtzentrum.

Leider war für 18:00 Uhr schon wieder Auslaufen geplant, so dass es dieses Mal nur ein Kurzbesuch war.

3. Tag – Auf See

Jetzt hatten wir den Weg nach Casablanca eingeschlagen. Dazu passierten wir die Straße von Gibraltar und das Schiff befand sich auf dem offenen Atlantik. Nun wurde es auch langsam wärmer, und als sich die ersten Sonnenstrahlen zeigten, bezogen die Sonnenanbeter rund um die Pools Stellung.

Heute war auch das erste Mal die Möglichkeit, Festkleidung anzulegen. Am Abend gab sich Kapitän Ferdinando die Ehre, seine Gäste zum Willkommenscocktail zu bitten. Diese, wie auch alle anderen großen Veranstaltungen, fanden in zwei Sitzungen statt. Während sonst von den 1.700 Passagieren nicht viel zu merken war, bei Vorstellungen oder zum Mitternachtsbüffet wurde es schon mal enger.
In den elf Tagen gab es drei Abende, zu denen Gala/festlich als Bekleidungsvorschlag auf dem Programm stand. Alle anderen Tage waren informell.
Auch die Speisekarte zeichnete sich durch einge besondere Köstlichkeiten aus, während man an den anderen Tagen eher von durchschnittlicher Küche sprechen konnte.

4. Tag – Casablanca (Marokko)

Mit Casablanca betraten wir afrikanischen Boden. Die bekannte Hafenstadt in Marokko war auch für uns noch neu. So hatten wir einen Ausflug mit einer Stadtrundfahrt und einem Besuch der berühmten Hassan II Moschee gebucht. Diese 1993 eingeweihte Moschee ist die größte weltweit, mit dem zweitgrößten Minarett (175 m). Nachts zeigt ein Laserstrahl dem Gläubigen den Weg nach Mekka. Die Moschee ist nicht nur von außen sehenswert, eine Besichtigung innen ist ein touristisches Muss.
Die Stadt selbst macht, wie viele der nordafrikanischen Hafenstädte, einen recht europäischen Eindruck. Beeindruckend das für die Jahreszeit üppige Obst- und Gemüseangebot. Exotische Früchte und Gewürze spiegelten das Flair Afrikas wider. Fliegende Händler mit Imitaten bekannter Uhrenhersteller versuchten ihre täuschend echt ausehenden Produkte an den Mann, Respektive die Frau, zu bringen. Ein reichhaltiges Lederangebot (Jacken, Taschen, Souvenirs) ließ viele Passagiere nicht länger zögern und das eine oder andere Stück erstehen.

Passend zum derzeitigen Hafen veranstaltete das Animationsteam abends eine große Sahara-Nacht, aber auch in allen anderen Bars und Lounges gab es für jeden Geschmack Unterhaltung.

5. Tag – Auf See

Früh um 01:00 Uhr gaben die Hafenbehörden die Freigabe zum Auslaufen und das Schiff nahm Kurs auf die Kanarischen Inseln. Der Atlantik verhielt sich weiterhin sehr ruhig und das schöne Wetter ließ viele Mitreisende das Sonnendeck belegen.
Auch dieser Seetag wurde von den Geschäften für eine Verkaufsoffensive genutzt. Zwei Stunden lang wurde eine „Großer Basar“ veranstaltet, auf dem das eine oder andere mehr oder weniger notwendige Produkt angeboten wurde. Seh-Leute gab es viele, der Kaufdrang war eher verhalten.

Wir hatten uns einige interessante Bücher von Zuhause mitgenommen, und so ein Seetag ist eine gute Gelegenheit, sich in eine ruhige Ecke zurück zu ziehen und zu schmökern.
Den Abend verbrachten wir, wie meist, in der Sinfonia Lounge. Die dort spielende Band machte mit ihren Liedern Lust auf’s Tanzen, und da die Tanzfläche ausreichend groß war, hatten wir genug Gelegenheit, das eine oder andere Tänzchen zu wagen. Bei einem Cocktail des Tages klang der Abend aus.

6. Tag – Santa Cruz de Teneriffa

Als wir am Mittwoch Morgen wach wurden, konnten wir durch die Vorauskamera schon die Hafeneinfahrt sehen. Frühes Aufstehen war notwendig, denn um 08:00 Uhr sollte schon der Ausflug nach Puerto de la Cruz beginnen. Das war der Nachteil, da die Ausflüge immer früh begannen, konnte man nicht wirklich ausschlafen. Also schnell duschen und ab ins Buffetrestautant für das allmorgendliche Frühstück. Um diese Zeit war es meist auch noch nicht so schwer einen schönen Platz in Fensternähe zu bekommen.

Der Ausflug war gut organisiert, so dass wir nach ca. vier Stunden erlebnisreich an Bord zurück kehrten. Erwähnt werden muss auf jeden Fall der sehenswerte Botanische Garten, der gerade für Mitteleuropäer eine erstaunliche Vielfalt an Pflanzen zeigt. Bei gutem Wetter kann man von dort bis zum 3.718 m hohen Pico del Teide blicken, der im Winter regelmäßig mit Schnee bedeckt ist. Dies gab der Insel auch ihren Namen, denn Teneriffa bedeutet “schneebedeckter Berg”.

7. Tag – Funchal (Madeira)

Am 7. Tag erreichten wir das wundervolle Madeira. Diese nur 59 km lange und 26 km breite Insel gehört seit dem 15. Jahrhundert zu Portugal und ist auf Grund ihres gemäßigten Klimas (die Inel liegt mitten im Golfstrom) das ganze Jahr über eine Reise Wert. Wir hatten den Ausflug Eira Do Serrado gebucht. Während des 4-stündigen Ausflugs lernten wir die Insel mit ihren Sehenswürdigkeiten kennen. Von Monte aus hat man einen schönen Ausblick bis runter zum Hafen, wo die Sinfonia lag. Touristen kommen üblicherweise auf zwei verschiedenen Wegen zurück zum Hafen. Der eine ist die Abfahrt mit den bekannten Korbschlitten nach Livramento, die zweite Möglichkeit ist die Kabelbahn. In einer 10-minütigen Fahrt kann man in den Panoramakabinen einen schönen Blick über das Tal genießen.

Der Abend klang wieder mit Musik und Tanz in der Sinfonia Lounge aus.

8. Tag – Auf See

Am Tag zuvor legt das Schiff gegen 17:00 Uhr in Funchal ab und versegelte nach Malaga. Den Tag über kreuzte die MSC Sifonia Richtung südost im Atlantik, um am späten Abend in das Mittelmeer einzufahren. Dazu passierten wir wieder die Straße von Gibraltar, und wenn es nicht zu nachtschlafender Zeit gewesen wäre, hätte man zur europäischen und afrikanischen Küste rüber sehen können. Das Schiff fuhr die ganze Zeit relativ küstennah, so dass man immer die iberische an backbord im Blick hatte.

Der Tag wurde durch einen, von den Schiffshändlern organisierten Basar verkürzt. Am Abend gab es in der Manhattan Bar spanische Tänze zu sehen.

9. Tag – Malaga

Um 08:00 Uhr erreichten wir Malaga. Wer wollte, begab sich zu seinem zuvor gebuchten Ausflug. Es bestand aber auch die Möglichkeit eigenverantwortlich an Land zu gehen. Sehenswert sind vor allem, wie so oft in Spanien, die von 1528 - 1728 gebaute Kathedrale, Bauwerke im Gotikstil, der Renaissance und des Frühbarocks und das Geburtshaus P. Picassos, das als Museum eingerichtet ist.
All jene, die auf dem Schiff blieben, bekamen ohne große Schwierigkeiten einen Platz am Pool.

Um 18:00 Uhr wurde die Gangway wieder hoch gezogen. Das Schiff legte ab und begab sich auf den Weg nach Alicante.

10. Tag – Alicante

Nach nur 256 sm (entspr. 474 km) erreichten wir den spanischen Hafen Alicante.

Hier sollte man sich auf keinen Fall das Figurenmuseum entgehen lassen. Jedes Jahr findet in Alicante das Figurenfest statt, zu dessen Schluß alle aus Pappe und Papier gefertigten Figuren mit einem großen Feuer, das der Höhepunkt des Volksfestes ist, verbrannt wird – alle, bis auf eine. Die schönste Figur (welche das ist, bestimmt das Volk) ist auserwählt, zukünftig im Figurenmuseum von der Handfertigkeit der Erbauer zu künden.
Man kann nur staunen, wieviel Zeit und Energie die Bewohner in ihre Figuren stecken. All die im Museum versammelten Figuren gläzen mit einer Farbenpracht und künstlerischen Vielfalt, es ist eine Freude, durch’s Museum zu gehen.

Alicante war dann auch die Gelegenheit, ein drittes Mal das Abendkleid und den guten Anzug hervor zu holen. Zum Abendessen gaben die Köche und das Servicepersonal noch einmal ihr Bestes, uns Passagieren einen unvergesslichen Abend zu machen.

11. Tag – Auf See

Dies war nun der vorletzte Tag der Reise. Wir waren auf dem Weg zum Ausgangspunkt unserer Reise – Genua.

MSC hate es wieder geschafft eine interessante Reise zusammenzustellen. Die Häfen waren ohne Ausnahme sehenswert. Das Wetter hat sich von seiner besten Seite gezeigt, so dass es von der Seite kaum Rügen geben wird.

Das Essen war in Ordnung. Wer italienische Küche mag, kam auf seine Kosten. Leider ist es nicht immer gelungen, die Gerichte ausreichend heiß auf den Tisch zu bringen, was Ursachen in den oft zu langen Wegen von der Küche zum Speisesaal und den vielen Passagieren, die gleichzeitig beköstigt werden mussten, hat.
Hervorzuheben sind die drei Galadinner. Hier haben die Köche gezeigt, dass die Küche durchaus Überraschungen zu bieten hat. Schon die schön gestalteten Speisekartenauf edlem Papier machten Vorfreude auf die einzelnen Gänge.

Der Service an Bord war ebenfalls ohne jede Kritik. Das Personal war stets ansprechbar und immer freundlich, was ohne Zweifel zum Erholungswert beitrug.

12. Tag – Genua

Jetzt hieß es Abschied nehmen.

Die Abreise gestaltete sich leider nicht so angenehm wie man es sich nach einer entspannten Urlaubsreise gewünscht hätte. Man war bei MSC sehr bemüht die Gäste so schnell wie möglich von Bord zu bekommen. Deswegen wurden wir schon sehr früh (kurz nach dem Frühstück) zu unseren Bussen geschickt, die uns nach Mailand zum Flughafen bringen sollten. Dort kamen wir dann schon gegen 11:00 Uhr an und mussten dann noch mit dem Gepäck fünf Stunden warten bis endlich der Flieger nach Hause ging.

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Allgemeine und Technische Daten MSC Sinfonia

Gebaut: 2002 in Chantier de l’Atlantique, St. Nazaire,
Kategorie 4 Sterne. Umbau 2005.
Schiff fährt unter italienischer Flagge, Heimathafen Genua.

Allgemeine Angaben:
Crew ca. 700, europäisch
Bordsprache italienisch, mit
Währung: EURO, Kreditkarten und Barzahlung werden akzeptiert.

Technische Daten:
Länge über alles: 251,25m
Breite: 28,8m
Tiefgang max: 6,85m
BRZ: 58.625 Tonnen
Reisegeschwindigkeit: ca. 21kn (sm/h)
Schiff ist ausgerüstet mit Stabilisatoren und Bugstrahlruder.
Bordspannung 110/220V.

Maschinenraum:
Antrieb: Dieselantrieb, auf zwei Propeller, Leistung 31.680 kW

Brücke:
Positionsbestimmung: GPS (Satellitennavigationssystem) mit gekoppelten elektronischen Seekarten.
Funk: Satellitentelefonanlage und Internetanbindung über Satellit

Kabinen:
Außen- und Innenkabinen für max. 1.566 Passagiere (bei 2er-Belegung), verteilt auf neun Decks.
Ausstattung:
Klimaanlage, Satelliten-TV incl. Bordfernsehen, Bordradio, Telefon, Safe, Fön

Öffentliche Einrichtungen (Kurzaufzählung):
- vier Restaurants (zwei Tischzeiten abends, früh und mittags freie Platzwahl)
- Bars/Salons, sechs Stück, auf verschiedenen Decks; zusätzlich die Capribar im Poolaußenbereich
- Theater/Konferenzräume - das Teatro San Carlo mit 560 Plätzen, außerdem das Sinfonia Business Center, variabel teilbar mit 193 Plätzen insgesamt
- die verschiedenen Decks sind entweder über die fünf Treppenhäuser zu erschließen, oder man nutzt einen der neun Aufzüge

Freizeit- und Sporteinrichtungen:
- Diskothek; Casino; großer Shoppingbereich mit verschiedenen Geschäften sowie Fotogalerie; Le Terme/Schönheitsfarm (Friseur, Sauna, Massagen); Fitnessbereich mit verschiedenen Sportgeräten; .Multifunktionssportplatz; zwei Swimmingpools, zwei Planschbecken, zwei Jacuzzi; separate Bereiche für Kinder und Jugendliche; Videospiele; Rauchsalon

Service:
- Rezeption und Ausflugsbüro auf dem Beethoven-Deck; Arzt und Krankenstation auf dem Brahmsdeck

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